Chrom

Chrom gehört zu den essentiellen Spurenelementen im menschlichen Organismus. Es regelt vor allem den Blutzucker- und Cholesterinspiegel und kommt in den Organen Leber, Milz, Herz und Nieren vor, aber auch in den Knochen, im Fett sowie in den Muskeln ist es vorhanden.Das Spurenelement Chrom wurde 1798 von dem französischen Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin entdeckt und nach dem griechischen Wort chroma benannt, welches Farbe bedeutet. Er nannte es Chrom aufgrund seiner Vielfarbigkeit in verschiedenen Oxidationsstufen. Das typische Chromgelb ist heute noch als Postgelb sehr bekannt.Erst 1959 entdeckten Wissenschaftler dieses Spurenelement und seine Wichtigkeit im menschlichen Körper.
Einige Funktionen von Chrom werden noch erforscht, zu den bekannten Aufgaben gehören aber vor allem die positive Wirkung auf den Blutzucker- und Cholesterinspiegel. So unterstützt Chrom die Aufnahme von Glukose und sorgt für die Energiegewinnung im Körper. Kohlenhydrate werden mit Hilfe dieses Spurenelements aufgespalten und auch die Wirkung des Hormons Insulin wird verbessert.Es beeinflusst auch den Fettstoffwechsel. Das “schlechte” LDL-Cholesterin wird gesenkt, hingegen das “gute” HDL-Cholesterin erhöht.Auch im Zellkern ist das Chrom in erhöhten Mengen vertreten und steigert hier die Bildung von Ribonukleinsäure (RNS).Weiterhin fördert es die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur und verbessert die Synthese von Proteinen. Somit ermöglicht es den Einbau von Glycin, Serin, Methionin und der Alpha-Aminobuttersäure ins Herzgewebe.Die Hornhaut und Augenlinse bleiben durch Chrom erhalten und funktionstüchtig und auch die Schilddrüse benötigt es für ihre Funktion.

Chromhaltige Lebensmittel

Chrom ist in vielen Lebensmitteln enthalten und kann somit auf natürliche Weise aufgenommen werden. Eine hohe Konzentration weisen Fleischprodukte auf, vor allem Innereien wie Kalbsleber oder Muschelfleisch. Hülsenfrüchte, Samen und Keimlinge sowie Vollkornprodukte und Käse beinhalten ebenfalls Chrom. Genießer dürfte die Nachricht freuen, dass auch in Schokoladen und Bier Chrom enthalten ist. Aber auch Gewürze wie schwarzer Pfeffer und brauner Zucker enthalten es.Ein erhöhter Bedarf besteht besonders bei Stress und schwerer körperliche Belastung. Aktive Sportler sollten besonders auf ihren Chromhaushalt achten, da sie das Spurenelement vermehrt über die Spülfunktion der Nieren ausscheiden.Auch bei Infektionen, erhöhtem Alter und einer fettreichen Ernährung sollte auf ausreichende Chromzufuhr geachtet werden, dies gilt auch in der Schwangerschaft.

Chrommangel

Ein Mangel an Chrom entsteht bei einem gesunden Menschen eher selten. Es kann aber durch eine Haarprobe ein Status über den Haushalt der Mineral- und Spurenelemente ermittelt werden.Bei künstlicher Ernährung (Sondenkost) kann ein Mangel auftreten, die Symptome ähneln der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.Eine zu geringe Konzentration von Chrom kann zu erhöhten Cholesterin- und Triglyzerinwerten im Blut führen und zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Allgemeine Symptome sind Nervosität, Gereiztheit, Verwirrtheit und Depressionen. Weiterhin können Konzentrationsstörungen, Gewichtsverlust, Juckreiz und Muskelschwäche sowie vermehrtes Wasserlassen auftreten.Die Folgen sind weitreichend. Durch die Störung des Zuckerstoffwechsels kann ein Chrommangel Diabetes auslösen. Es führt außerdem zu einem erhöhten Fettsäurespiegel, da die Abbaurate im Blut vermindert wird. Weiterhin kann es Koronare Herzerkrankungen nach sich ziehen oder zur Trübung der Linse und der Hornhaut führen. Kinder mit einer zu niedrige Chromzufuhr können zu Wachstumsverzögerungen neigen.Im Alter hingegen nimmt die Chromkonzentration auf natürliche Weise ab und kann dadurch Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose verursachen.

Überdosierung

Es ist eher unwahrscheinlich, dass es durch chromhaltige Lebensmittel zu einer Vergiftungsreaktion kommt. Doch Chrom kommt auch in Holzschutzmitteln, Zement und Pestiziden vor. Menschen, die diesen Substanzen häufig ausgesetzt sind können Allergien entwickeln oder an Vergiftungserscheinungen leiden. Im schlimmsten Falle können diese Substanzen, die eine sechswertige Chromverbindung aufweisen, zu Krebs führen, da sie als sehr giftig eingestuft werden. Das Einatmen von Chromstaub über mehrere Stunden kann zu einer akuten Chromvergiftung führen. Es verursacht die zunehmende Bildung von wässrigem Nasensekret bis hin zu Nasenbluten. Weitere Symptome sind Bronchitis, Asthma und Veränderungen der Lunge. Werden Chromate (sechswertige Chromatsalze) hingegen oral aufgenommen, führen sie zu starken Schmerzen sowie Nieren- und Leberschäden. Der Betroffene leidet außerdem an Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfällen. Diese wird durch die stark ätzenden Chromate verursacht und kann zum Schock und im weiteren Verlauf auch zum Tod führen. Bei einer oralen Aufnahme sollte Erbrechen ausgelöst werden und im Anschluss viel Wasser getrunken werden, um die Konzentration im Organismus zu verdünnen. Vitamin C wandelt die sechswertigen Chromverbindungen in dreiwertige Verbindungen um, so kann der Körper diese schlechter aufnehmen und die Vergiftungsreaktion wird gemindert.